Was kann die Vegetotherapie bei Ihnen verändern?
Durch die Auflösung
von Panzerungen und die damit verbundene klarere Gefühlssituation
unserer Kindheit beginnen die Klienten zunächst zu ahnen,
inwieweit beide Lebenssituationen stetig vermischt werden. Man
spürt wie heutige Probleme ein Gewicht haben, die nicht in
angemessenem Maß mit der Realität zu tun haben. Chronische
Blockaden werden weicher und mit der Zeit wird mehr Energie frei,
die in den sexuellen Akt fließen kann. Durch die Panzerungen
wurden frühkindliche, unbewältigte Erfahrungen verdrängt
und festgehalten. Die Vegetotherapie hilft in einer geschützten
Atmosphäre, behutsam und liebevoll diese frühen Erfahrungen
zu bewältigen. Man fühlt nun besser welches Paket von
Lasten mit getragen wurde, was die Lebensqualität beträchtlich
herabsetzte.
Mit der Zeit rebelliert das gesundes "Ich" mit seinen
Bedürfnissen gegen diese Belastung, die nicht mehr als angemessen
real erkannt wird. Wilhelm Reich betonte in seinen Werken den
gesunden Wert einer klaren Rationalität. Damit meint er nicht
die heutige verbreitete Gefühlsabspaltung vom Verstand, sondern
die z.B. reife rationale Entscheidung, die als ein Ergebnis vom
Austausch zwischen Gefühl und Verstand hervorgeht. Die Vegetotherapie
legt einen besonderen Akzent auf die Stabilisierung des "Ichs",
(des gesunden "Ichs") was jeder Mensch besitzt, wenn
er es von der früheren engen Lebenssituation freischaufelt.
Ich schrieb an anderer Stelle: "Die Klienten beginnen in
ihrem Leben aufzuräumen. Dieses "Ich" fragt sich:
"Passe ich noch in diese meine Lebenssituation, die ich mir
vor einiger Zeit aufgebaut habe oder ist es für mich jetzt
z.B. eigentlich noch angemessen Entscheidungen stetig vor mich
herzuschieben oder nur noch auf mein Umfeld zu reagieren?"
Durch die Körperarbeit wird der Energiefluss wieder ins Rollen
gebracht, wodurch die Menschen mehr Kraft fühlen, ihre Bedürfnisse
für ihre Lebenssituation qualitativer zu befriedigen. So
kommt es vor, dass eine Klientin, die sich aus Liebesbeziehungen
zurückgezogen hatte, sich solche lebenswichtigen Bedürfnisse
wie Liebe, Geborgenheit und Sexualität wieder zu geben. Sie
empfindet deutlicher die Angst vor Nähe. Das ist schon einen
Schritt weiter. Die meisten Menschen, die in keinen Beziehungen
leben und sich aber eine wünschen rationalisieren ihre Ängste.
Sie meinen, es müsse genau der Richtige kommen, vor überzogenen
Ansprüchen sehen sie nicht den in Frage kommenden Partner
neben sich. Oder ich höre in den Therapiestunden, dass sie
zu dick, zu dünn, zu klug, etc. seien. Beides, die Ansprüche
und die Minderwertigkeitsgefühle sind ein Rationalisieren
der eigentlichen Angst vor Nähe. Oder ist es vielleicht klug,
jahrelang sein Leben vergehen zu lassen, weil man unter seinen
Zeitgenossen keinen Partner akzeptieren kann?
Oder sitzt man nicht "einfach" dem ödipalen Muster
auf?
Die
Therapie versucht diese Ängste vor Nähe anzugehen. Oder
eine Beziehung, die in eine Stagnation geraten ist, was meisten
schleichend geschieht, versucht sich wieder zu verändern.
Sollte die Beziehung sich nicht vitaler gestalten können,
wird ein gesundes "ich" die Trauer einer Trennung in
Kauf nehmen, um das weitere Leben besser zu nutzen.
Ein weiterer
Punkt ist unsere Arbeitsfähigkeit, die die Vegetotherapie
verändert. Ein Mensch, dessen Libidohaushalt (sexuelle Energie)
ausgeglichen ist, braucht nicht zu roboten. Er staut überschüssige
Energie nicht auf, deshalb kann er diese sublimieren in geistige
oder soziale Tätigkeiten. Er ist begeisterungsfähig
bei seiner Arbeit.
Wenn
eine Person relativ früh mit der Vegetotherapie beginnt und
nicht genetisch sehr schwierige Voraussetzungen mitbringt, sich
eingehend über eine vollwertige Ernährung informiert,
sich zusätzlich ausreichend bewegt, kann einige Zivilisationskrankheiten
vermeiden.