Wie funktioniert Vegetotherapie?
Vegetotherapie
geht von der systematischen Auflösung von körperlichen
und seelischen Blockaden aus. Es wird in den meisten Fällen zunächst
die Atmung mobilisiert und dann an den einzelnen Verspannungen
am Körper
gearbeitet, mittels Übungen an Augen, Mund, Hals, Zwerchfell,
Bauch und Becken. Es
sind keine gymnastischen Übungen, sondern Bewegungen, die
bei Säuglingen beobachtet wurden. Zum Beispiel schaut ein Säugling
mit den Augen um sich herum, um die Gegend auszukundschaften oder
um mit
den Menschen in Kontakt zu treten. Erwachsenen sind in ihrem Radius
der Augen oft sehr eingeschränkt. Diese Übungen mobilisierern
die Muskeln um
die Augen herum und reproduzieren frühkindliche Gefühle.Wie
intensiv Klienten Gefühle erleben, ist abhängig von
der Atmung und ihrer sonstigen Struktur. Wilhelm Reich ging davon aus,
dass die unbewussten Erfahrungen der Kindheit in den muskulären
Verspannungenenthalten sind und bei Mobilisation wieder zum Vorschein
kommen.
Mit dieser Technik gehen die Patienten
durch den ganzen Körper und rollen dem Vegetotherapeuten
ihre frühkindliche
Geschichte auf. Viele
Klienten staunen, wie eng verwoben alte Probleme mit ihren jetzigen
sind. Ziel ist nun diese alte Ebene von der Realität zu trennen
und mit ihrem erwachsenen ICH zu erkennnen, was sie heutzutage
behindert.
Wenn die Patienten die Übungen bis
zum Becken durchlaufen haben, entsteht bei der tiefen Ausatmung
eine Welle, die
durch den ganzen Körper zieht. Sie ähnelt dem Reflex
beim Orgasmus. Im
gleichen Prozess beginnt der Klient oder die Klientin im eigenen
Leben aufzuräumen. Mit der intensiveren Möglichkeit
den Orgasmus zu empfinden, können Patienten ihre Neurosen
austrocknen. Der
Aufbau von Energie im Körper und die Konfrontation mit Gefühlen
erzeugen Widerstände, an denen im therapeutischen Prozess gearbeitet
wird. Welchen Erfolg man mit diesem System hat, hängt davon
ab wie zielstrebig und ehrlich man seine Widerstände beseitigt.